Charakteristisch für die heutige Landwirtschaft in Deutschland ist der Anbau von Ackerbaukulturen wie Weizen, Roggen, Mais, Gerste, Raps und Zuckerrüben. Obst, Gemüse und Wein spielen bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche eine sehr geringe Rolle, lediglich in einzelnen Regionen, beispielsweise im Alten Land bei Hamburg, in der Bodenseeregion oder dem Havelland (Werder) gibt es größere Obstanbaugebiete. Aufgrund der klimatischen Bedingungen wird nur ein Teil des vermarkteten Gemüses und Obstes im Inland produziert. In den letzten Jahren wurden die einheimischen Anbauflächen für Obst und Gemüse zwar ausgedehnt. Der überwiegende Teil des Marktangebotes wird jedoch aus Italien, Spanien, den Niederlanden und Frankreich importiert.
Alle diese Kulturpflanzen müssen vor Schädlingen und Krankheiten geschützt werden. Das ist unbestritten.
Die industrialisierte Landwirtschaft setzt dafür vorrangig Chemikalien ein. Sie wirken schnell, sind in unseren Breiten sehr preiswert und ersetzen ein Reihe anderer aufwändiger Pflanzenschutzmaßnahmen. Ohne chemische Pflanzenschutzmittel wäre die heutige Form des hoch technisierten Landbaus mit intensiven Kulturführungen kaum möglich. Das Ziel des chemischen Pflanzenschutzes besteht in Europa aber längst nicht mehr in der Vermeidung totaler Ernteausfälle oder von Hungerkatastrophen, sondern in der Sicherung gleichbleibend hoher Erträge und der Ernte marktgerechter äußerlich makelloser Produkte.
